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So, nach einem Jahr Abstinenz soll hier jetzt in den kommenden Wochen wieder ein bißchen Leben hereinkommen. Nachdem ich ja monatelang getriezt worden war, nun doch mal endlich bei einer lieben augenschamanischen Kollegin in die Lehre zu gehen, nahm ich vor 2 Wochen mal allen Mut zusammen genommen und stellte mich tapfer der Aufgabe "Das rollende Auge". Ein schöner Nebeneffekt war, dass Frau Schamanin mir Logis gewährte, was natürlich in abendlichem Amusement endete: div. DVD mit "Schrägfaktor", Doctor's Diary Anfixprogramm mit der gesamten 1. Staffel, lecker Essen, lecker Teechen, lecker Ipanemae, Katzengekuschel, Katzenangefauche (ja, auch das!), Anchatten via ICQ, obwohl wir nur einen halben Meter voneinander getrennt saßen *gacker*. Kurzum, wir hatten Spaß an den gemeinsamen Abenden.

Ziel der gesamten Aktion war ja ursprünglich, dass mich besagte Schamanin der Augenheilkunde evtl. doch zu ihrer Fachrichtung bekehren und ich letztlich der wasserwerkenden Kunst den Rücken kehren würde. Der geneigte Leser kann sich vorstellen, wie das Schauspiel ausging: Ein Auge ist hübsch, keine Frage. Aber nicht so hübsch wie ein zarter Harnleiter... schöner Versuch, aber nicht von Erfolg gekrönt! Immerhin werde ich mit ziemlicher Sicherheit mal nicht dämliche Augenkonsile anfordern, weil ein Patient einen vermeintlich hochakuten Glaukomanfall aufweist, der sich als NIX erweist. Und die Todessicca dürfte mir auch erlegen sein ).

Was das schamanische Arbeiten anging, wurde mir sehr viel gezeigt. Ich war eigentlich die ganze Zeit in der Poliklinik/Ambulanz, da ich noch einen Teil meiner 30tägigen Praxisfamulatur irgendwie abhaken musste. Ob ich mal jemals mit Visusbestimmung, Augendruckmessung, Hornhautdickenmessung, Amsler-Test, Augenhintergrundspiegeln etc. pp. jemals praktisch etwas werde anfangen können, ist mehr als fraglich. Aber zumindest ist es ein schönes Gefühl, wenn man nach anfänglichem "uah, ich kann doch nicht am Auge rumfummeln" ein selbstsicheres "bitte geradeaus schauen, ich messe jetzt den Augendruck" zustande bringt.

Unübertroffen ist allerdings der wirklich schöne Blick auf die Netzhaut. Es braucht einige Zeit und schier unzählige, vergebliche Versuche als "Lord Helmchen" und/oder mit der Spaltlampe, um mithilfe der Lupe ein scharfes Blick auf den zarten Augenhintergrund zu erheischen. Aber wenn man es einmal geschafft hat, bieten sich einem Ausblicke, die schon faszinierend sind. Man würde am liebsten noch weiterschauen, aber die Patienten tolerieren das meist nicht so gut, wenn nach dem Schamanen auch noch die Famulantin gefühlte Stunden mit gleißendem Licht im Auge rumsucht. Besonders schön war der Ausflug oben auf die Lahnberge in die Kinderklinik, wo Frühchen auf ihre Fundusbegutachtung warteten. Es sieht schon brachial aus, wenn in so ein Frühchenauge ein Lidsperrer eingelegt wird, damit man freien Blick bekommt. Aber die Tatsache, dass das vorherige Einträufeln betäubender Augentropfen die Prozedur einfach nur nervig und nicht schmerzhaft für die Kleinen machen, macht es dann erträglicher für den Untersucher. So viele kleine Motzkühe lagen da in ihren Bettchen, und es wurde gezetert nach allen Regeln der Kunst, als hätten sie nur darauf gewartet, ihr Kreisch- und Nörgelorgan mal richtig zu demonstrieren ;o). Herrlich!

Fazit: Zwei Wochen sind zwar als "Andersorientierte" durchaus ausreichend für die Augenheilkunde, aber es tat mir doch schon sehr leid, das nette Team jetzt schon wieder verlassen zu müssen. Sollte ich nochmal Lust verspüren, den Leuten mal tiiiiieeef in die Augen zu schauen, könnte es passieren, dass ich nochmal hinfahre ;o).Und dann geht es nach Frankfurt zum zaubern, Tom! Gebongt!

 

Ach ja, morgen geht es weiter, diesmal mit - oh, welch Wunder! - der UROLOGIE *im Kreis grins*

7.9.09 11:52
 


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