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Tage 16 - 18 - OP-Säle mit großen Fenstern, ein Vorteil für Erdmännchen und andere Spezies

Ich weiß ja nicht, wie es an anderen Kliniken raumtechnisch so aussieht, aber ich habe bisher noch nicht sooo viele OP-Säle mit großen Fensterfronten erlebt. Was daran jetzt so besonders ist? Ha! Man kommt nicht nur in den Genuss eines ab und an abschweifenden Blicks ins Grüne. Nein, es bieten sich auch durchaus nette Aussichten, die einem langwierige OPs versüßen können.

Die OTA, selbst nicht wirklich größer als ich, steht selbstverständlich auf einem Stüfchen. Und sie hält uns mit schöner Regelmäßigkeit darüber auf dem laufenden, was sich im Garten des Bungalows gegenüber abspielt. "Ach sieh mal einer an..... jetzt holt er die Wäschespinne raus..... kann der die überhaupt aufstellen?" Alle Köpfe fliegen rum, Blick aus dem Fenster, mitleidiges Grinsen allerseits. Wie die Erdmännchen in den bekannten Zoosendungen im TV recken wir uns, die Hände brav unter der Brust körpernah gefalten. Irgendwann wenden wir uns wieder dem OP-Geschehen zu. "Ohaaaaaaaaa, er hängt die Wäsche auch noch auf????? Das hat er ja noch nieeeeeeeeee gemacht! Ob er was gut zu machen hat?"

Nach einer weiteren Woche in diesem OP-Saal bin ich voll informiert, was gegenüber so abläuft. Sie arbeitet viel, während er mit einer ihm eigenen Vorliebe im Liegestuhl liegend (mit Schiesser Doppel-Feinripp Unterhemd über dicker Plauze) ihr freundlicherweise aufzeigt, wo noch Defizite rund ums traute Heim zu verzeichnen sind. Wenn Besuch kommt, flitzt Mutti 100 mal so gut wie einmal brav vom Haus in den Garten und wieder zurück, um es den Gästen und dem gestrengen Ehemann recht zu machen. Wir warten insgeheim diese Woche nur noch darauf, dass beide die Hüllen fallen lassen. Es sind sommerliche Temperaturen angesagt und dieses Paar ist sich offenbar nicht bewusst, dass der Verlust von hohen Hecken einige Wochen zuvor zu einem Silbertablett-Dasein geführt hat.

Irgendwie fühlen wir uns alle wie Waldorf und Stadler. Und der Anästhesiepfleger bekommt eine Ahnung davon, wie es in einer reinen Frauenrunde so abgeht. Ab und an lünkert er über den Vorhang des Kasperle-Theaters und staunt. 4 Frauen am OP-Tisch, 1 OTA, 1 OP-Springerin und 1 Anästhesistin. Irgendwie muss es sich schon herumgesprochen haben, dass es in unserem Saal immer sehr lustig zugeht und viel gelacht wird, denn außer uns sind von Tag zu Tag mehr Menschen im OP zu sehen. Und das liegt bestimmt nicht nur an den interessanten TS-Schnippel- und Schälaktionen, die manchem Mann die Farbe aus dem Gesicht treiben.

 

13.9.08 20:36
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Funkel (13.9.08 20:41)
*feix* Da würde ich ja gerne mal mitspielen. Sowas haben wir hier nicht!

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