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Tag 8 - Fluch und Segen des Internets

Heute bleibt mir mal der OP erspart. Nicht, dass ich das nicht gerne mache, aber irgendwie ist es auch mal schön, mehr von der täglichen Stations- und Ambulanzroutine mitzubekommen.

ESWL, MCU, Sono, Verbandswechsel, Blasenspülung ... alles dabei.

Ein Flitztag, keine Frage. Aber dennoch mal sehr entspannend. Das Highlight heute: Die Sprechstunde der Chefin.

Kommen natürlich hauptsächlich TS-Patientinnen zur Beratung. Und so lerne ich viel über die Sorgen und Ängste der Patientinnen. Und wieder einmal sehe ich, dass die mehrheitliche Anteil der Frauen auch tatsächlich eher Frau als Mann sind, sowohl von der Art/Gestik/Sprechweise als auch vom Körperlichen her. Klar, die Hormon-Therapie tut ihr übriges. Aber was man da mitunter sieht, ist schon beeindruckend. Sehr kleine Penisse bzw. gar keine, sondern nur Vorhaut/Haut. Da fragt man sich echt, warum die TS-Patienten so lange mit sich hadern, bis sie Nägel mit Köpfen machen. Der Leidensdruck muss schon beträchtlich sein. Was ich aber erfreulich finde, ist die Tatsache, dass bis jetzt alle Frauen (naja, noch sind sie ja keine "richtigen".... schwierige Sache irgendwie) nach eigener Aussage ausnahmslos ein problemloses Outing hatten. Sie haben alle nach wie vor ihren Job und erfahren sowohl in Familie als auch Freundes- und Bekanntenkreis gute Akzeptanz. Auffällig ist allerdings, dass die meisten auch häufig Frauen (oder ebenfalls ehemalige TS-Patientinnen) als Lebensgefährtinnen haben. Wobei ich mir bei manchen Frauen wirklich lebhaft vorstellen könnte, dass so mancher Mann es noch nicht einmal merken würde, welchen Weg seine Freundin hinter sich hat. Bei zwei Patientinen im Wartezimmer muss ich echt zweimal hingucken. Ich wage sogar zu behaupten, dass ich sie niemals als "anders" wahrnehmen würde, wüsste ich nicht, dass dies auch eine TS-Sprechstunde ist. Insgesamt muss ich sagen, dass es ein sehr angenehmes Patientenklientel ist. Sehr duldsam und dankbar - und herrlich offen.

Fluch und Segen des Internets... was hat es damit auf sich. Es ist ja hinlänglich bekannt, dass das Internet ja heutzutage optimale Möglichkeiten zur Informationsbeschaffung bietet. Ist dies bei den TS-Patientinnen absolut von Vorteil, weil sie sehr gut informiert bereits zur Sprechstunde erscheinen und die Gesprächsgrundlage eine gänzlich andere ist, sieht die Sache bei den "normalen" Patienten schon anders aus. Da sitzt man und sitzt man und sitzt man. Es kommt eine Frage nach der anderen à la "ich hab da gelesen". Und häufig hat man gerade das eben noch erzählt, da kommt dazu noch eine Frage, weil sie eben einfach auf dem schlauen Zettel steht. Das ist schon ein absoluter Zeitkiller, wie ich finde. Bewundernswert, wie geduldig die Chefin da ist. Zudem sind die Sorgen über Risiken und Nebenwirkungen noch höher, als es ein Waschzettel jemals bewirken könnte. Häufig haben die Patienten ihre Informationen ja auch aus diversen Betroffenen-Foren, wo man dann erstmal aufgekeimte Panik und Ängste mächtig dämpfen muss. Informierter Patient schön und gut, aber das ist manchmal echt ein bißchen "too much".

Was ich heute lerne:

1. Aufnahme- und Aufklärungsgespräche kann man gar nicht ausführlich genug führen. Es kommen weniger Nachfragen vor und nach der OP, weil bereits alles geklärt ist. Das ist wertvoll investierte Zeit, wie ich finde. Klar, ich bin noch leicht zu beeindrucken, weil 1. Famulatur, aber insgesamt würde ich mir wünschen, ich könnte mir davon ne große Scheibe für das spätere Wirken abschneiden.

2. Dass manche Untersucher gar nicht auf die Idee kommen, die Sonoliege wieder für den nächsten Patienten einladender zu machen, indem man die zerknitterte und bematschte Papierauflage abreißt und entsorgt. Vom Schallkopfsäubern mal ganz abgesehen. Ist manchmal echt eklig. Ist das denn soooooooooo schwer und sooooooooooooo anstrengend, diese halbe Minute noch dranzuhängen?

Was ich heute noch lerne: Spinnen fühlen sich in Ambulanzen im Erdgeschoss verdammt wohl. Aber warum müssen die immer genau da hocken und flitzen, wo ICH gerade langgehen muss? Schön auch, wenn da ein Patient in seinem Bett liegt und auf ein Sono wartet, während du dekompensierst angesichts einer fetten Flitzspinne (die irgendwie sonst niemanden zu stören scheint.....). Warum müssen die heute alle ein Sono haben???????????????? Ich möchte bitte Angler-Gummistiefel statt Crocs haben - und jemanden, der Flitzspinnen entfernen kann!

30.8.08 00:51
 


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